Touchdown

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Touchdown

Jetzt mal ein bisschen was nachholen vom Anfang. Der Rest danach ist auch eh uninteressant, weil ich erstmal eine Woche am Meer bzw. in der Teeplantage bleiben wollte. Also: in the beginnig…

War jede Menge Verkehr. Unwirklicher Verkehr, wahnsinniger Verkehr. Aber es passiert nichts. Scheint so, also ob es doch Regeln gibt, ganz tief drinnen in den Menschen. Auf den zwei Stunden Fahrt vom Flughafen zum Guesthouse in Colombo habe ich versucht, die Regeln fuer das Hupen zu ergruenden. Und bin natuerlich gescheitert. Die Hupmeditation wird dann naechstes Jahr gemacht. Bevor man den Flughafen in Colombo verlassen darf, bevor man ueberhaupt sein Gepaeck wiedersieht, muss man erst mindestens drei Home Entertainment Geraete kaufen und 50.000 Dollar umtauschen. Ich hab mich als Sri Lankan getarnt und bin schliesslich doch so raus gekommen. Colombo ist gross, laut und die Abgassituation ist keine Situation, sondern ein Statement: Fuck off, Nature! In Illmenau war die Luft vor zwanzig Jahren besser, und sie war wirklich schlecht dort. Anyway: Ich war angekommen, hungrig und durstig und das Guesthouse war super. Zum Muedesein viel zu aufgedreht, also duschen und back on the road, Essen gehen. Schoenes grosses Nobelhotel, lecker essen und das Highlight: Cashewkerne mit Rosenoelzuckerkruste. Und Acht-Jahre-nicht-gesehen-Erzaehlungen…

Am naechtsen morgen fuenf Stunden Autofahrt in den Norden, wo dieser TV-Ad gedreht werden sollte. Fuenf Stunden bedeuten 200 km. Und mein erstes Frühstück hier: in einem Kade an einer Kreuzung, Stringhoppers mit Dhal, scharfem Sambal, Kartoffelcurry und noch irgendwas mit Hühnerfleisch. Mit der rechten Hand wird geknetet, geformt und in den Mund geschoben. Wohnen in einem netten Pauschal-Touri-Ressort an einem Tank. Gute Zimmer, gutes Essen und alte Menschen die wegen seniler Bettflucht morgens um acht zum Fruehstueck ziehen. Beobachtet werden sie dabei von Herden von Macaquees, die dort in den Baeumen wohnen, und Schminksachen klauen wollen. Was sie denken, haben sie mir nicht erzaehlt, aber gequatscht haben sie die ganze Zeit, so das ich dann um halb neun auch zum Fruehstueck wollte. Am Abend vorher war ein Shoot, bei dem ich auch meine Arme, feuerstochern ins Bild halten duerfte. Wurde immerhin mit einer Uebernachtung im Ressort verguetet. Das Feuer war heiss, heiss, heiss… Und die Szene wurde ewig oft wiederholt. Abends lud uns ein Typ vom Hotel ein, in einem sehr netten Wewa baden zu gehen. Also zwanzig Kilometer durch die Nacht fahren, eine Menge Armeestrassenbarrieren passieren (remember: we are nearly in the north…) und in the middle of nowhere nachts baden gehen. Herrliches Wasser, die Krokodile waren woanders und nebenan gabs einen Baum voller Leuchtkaefer: wie Weihnachten.

Naechster Tag, naechster Shoot. An einem Tank stundenlang auf Sonne warten. Sonnenbrand von der Sonne, die im falschen Augenblicl schien, einem Fischer beim Netz auswerfen zugucken (der war auch fuer den Ad gekauft), merkwuerdige Lunchboxen mit Toasts fuer Menschen ohne Zaehne und den beiden einzigen importierten Fruechten, Orangen und Aepfel. Und im Hintergrund: Sigiriya, die Felsenfestung (der rechte Berg) aus dem 5. Jahrhundert A.D. Der König, dem sie gehörte, wollte eines Tages ein andere Armee von irgendeinem bloddy buggar bekämpfen und hat auf seinem Elefanten die falsche Abzweigung genommen, woraufhin er in einem Sumpf landete und von seinen Feinden umzingelt wurde. Darufhin beging er Harakiri. Dann schließlich gabs doch noch etwas richtige Sonne an der richtigen Stelle und die Szene war gut. Stressiger Asufbruch, stressige Suche nach Elefanten für den „Safari-Shoot“, keine Alis gefunden.

Dann die Nacht in Mudhouses im Busch verbracht. Offene Mudhäuser, ein Badehaus, ein zweistöckiges Haus mit Terasse und zwei Schlafzimmern. Kein Strom. Wozu auch? Und Stille ringsum, Sternenhimmel: unglaublich (nein, wir können nicht allein sein). Am nächsten Tag noch zwei Shoots und abends wieder Elefanten jagen und auch einen finden. Der knabberte sehr versunken und genüßlich an Teakstengeln und wir mußtem im Jeep ungefähr 15 mal vor ihm vor- und zurück fahren und interessiert gucken. Netter Elefant (oder ‚-in‘, für die PC Leute dort draußen; war aber auf die Entfernung nicht auszumachen, so: what to do?). Nachtfahrt nach Colombo und am nächsten Tag ab an den Strand. Ihr vermutets schon: an den Indischen Ozean. Directalmente a la playa. Und vier Tage chillen. Yes!